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title: "KI-Shopping-Agenten blockiert: Der Kampf um E-Commerce-Kontrolle"
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canonical: https://epinium.com/de/blog/ki-shopping-agenten-blockiert-der-kampf-um-e-commerce-kontrolle/
lang: de
date: 2026-01-29T16:46:38
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**Executive Summary:**

-   Große E-Commerce-Marktplätze wie **Amazon** und **eBay** blockieren aktiv autonome **KI-Shopping-Agenten** wie Perplexity's Comet und OpenAI's Atlas, um ihre Kontrolle über den digitalen Einkaufsprozess und ihre Geschäftsmodelle zu wahren.

-   **Amazon** reichte im **November 2025** Klage gegen **Perplexity** ein, da deren Comet-Browser gegen Nutzungsbedingungen verstößt, indem er sich als Mensch ausgibt und Käufe ohne Erlaubnis tätigt.

-   **eBay** hat im **Januar 2026** seine Nutzervereinbarung aktualisiert, um 'Buy-for-me'-Agenten und LLM-gesteuerte Checkout-Abläufe ohne vorherige Genehmigung zu untersagen, unter Verweis auf Betrugs- und Sicherheitsbedenken.

-   Diese Maßnahmen sind eine Reaktion auf die Bedrohung durch **Agentic Commerce**, der traditionelle Einnahmequellen aus **Werbung** (Amazon verzeichnete **47 Milliarden US-Dollar** Werbeeinnahmen in den ersten neun Monaten **2025**) und den Verlust von **Käuferdaten** (First-Party-Data) gefährdet.

Der Aufstieg autonomer **KI-Shopping-Agenten** transformiert die Landschaft des E-Commerce rasant. Was einst als futuristisches Konzept galt, wird mit der Einführung von KI-gesteuerten Browsern wie **Perplexity's Comet** und **OpenAI's Atlas** schnell zur Realität. Diese Agenten können Produkte suchen, vergleichen und sogar Einkäufe mit minimaler menschlicher Beteiligung initiieren, ein Prozess, der als **Agentic Commerce** bekannt ist. Diese Entwicklung stellt die etablierten Konventionen des Online-Handels grundlegend in Frage, insbesondere die Rolle von Marktplätzen bei der Produktentdeckung, Abwicklung und Werbung, und führt zu erheblichen Spannungen mit Branchenriesen wie Amazon und eBay.

## Analyse der Marktplatzreaktionen

Die Reaktion der großen Marktplätze auf diese neue Technologie ist eine klare Defensive. **Amazon** hat im **November 2025** eine Klage gegen **Perplexity** eingereicht. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, dass der **Comet-Webbrowser** sich als Mensch ausgibt, auf Amazon-Konten zugreift und Bestellungen aufgibt, was einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen und Computerkriminalitätsgesetze darstellt. Amazon betont, dass Drittanbieter-Bots offen operieren und nur mit Genehmigung der Plattform agieren dürfen. Perplexity konterte, dass Comet im Auftrag eines Menschen handle und Anmeldeinformationen lokal für die Sicherheit gespeichert seien. Die Firma suggerierte, Amazons Vorgehen sei ein Versuch, sein werbefinanziertes Geschäftsmodell zu schützen und die Kontrolle über die Einkaufsabläufe zu bewahren.

Ebenso restriktiv agiert **eBay**. Im **Januar 2026** aktualisierte eBay seine Nutzervereinbarung, um 'Buy-for-me'-Agenten und vollständig LLM-gesteuerte Checkout-Abläufe ohne vorherige Genehmigung zu untersagen. eBay begründet diesen Schritt mit dem Schutz vor Auktionsmanipulation, Betrug und Fehlbestellungen. Die Klausel lässt jedoch Raum für 'formell genehmigte' Shopping-Agenten, was die Möglichkeit von Partnerschaften eröffnet, bei denen eBay die Kontrolle behält. Diese koordinierten Maßnahmen zeigen, dass die Marktplätze bestrebt sind, die Beziehungen im **Agentic Commerce** aktiv zu steuern und ihre Kernfunktionen als Aggregatoren und Zentralisierer des Handels zu verteidigen.

## Die Bedeutung für den E-Commerce und zukünftige Entwicklungen

Die Besorgnis der Marktplätze ist vielschichtig. Ein Hauptanliegen ist der massive Verlust von **Werbeeinnahmen**. **Amazon** beispielsweise erzielte in den ersten neun Monaten des Jahres **2025** beeindruckende **47 Milliarden US-Dollar** Umsatz mit 'Werbediensten'. Autonome KI-Agenten umgehen traditionelle Werbeformate wie gesponserte Listings oder Empfehlungseinheiten, indem sie direkt zum gewünschten Produkt navigieren und den Kauf initiieren. Dies untergräbt ein wesentliches Standbein des Marktplatzgeschäftsmodells.

Ein weiterer kritischer Punkt ist der Verlust von **First-Party-Käuferdaten**. E-Commerce-Marktplätze sammeln und analysieren detaillierte Informationen über das Suchverhalten, angesehene Produkte und abgebrochene Einkäufe der Nutzer. Diese Daten sind entscheidend für Ranking-Algorithmen, Empfehlungssysteme und Personalisierungsmodelle. Wenn externe KI-Agenten Vergleiche und Entscheidungen außerhalb der Marktplatz-Ökosysteme treffen, entfallen diese wertvollen Daten, was die Fähigkeit der Marktplätze zur Optimierung ihrer Dienste und zur Monetarisierung von Nutzerdaten beeinträchtigt.

Auch die Integrität von **Transaktionen** bereitet Sorgen. Obwohl KI-Agenten den Kauf über die bestehenden Checkout-Systeme abwickeln könnten, befürchten Marktplätze Fehler, die zu Kundendienstproblemen oder erhöhten Rücksendequoten führen könnten. Zudem gehen die Möglichkeiten für **Upselling** oder Cross-Selling verloren, wenn der menschliche Käufer die entsprechenden Angebote nicht zu Gesicht bekommt.

Die Entwickler von **KI-Shopping-Agenten** argumentieren indes für die Wahlfreiheit der Verbraucher und sehen ihre Agenten eher als erweiterte Browser oder Hilfsmittel denn als Wettbewerber. Ein Kompromiss erscheint unausweichlich: Es wird erwartet, dass Marktplätze den Zugang für **KI-Agenten** über offizielle APIs genehmigen, gekoppelt an Ratenbegrenzungen, Identitätsprüfung und möglicherweise **kommerzielle Vereinbarungen** (wie etwa Affiliate-Programme für Bots). Für **kleine und mittlere E-Commerce-Unternehmen (KMU)** könnte dies einen neuen, wichtigen Vertriebskanal darstellen, um ihre Produkte direkt in die Reichweite von Plattformen wie Perplexity und ChatGPT zu bringen und somit neue Einnahmequellen zu erschließen.